Die Tambura

Tambura_sculpture_Arun

Text: Ludwig Pesch | English | Nederlands
Zeichnung: Arun VC

Das wichtigste Begleitinstrument Indiens zierte die Salons von Fürsten, Kaufleuten und Kurtisanen. Seit dem frühen 20. Jahrhundert beflügelt der Klangreichtum gerade dieses Instruments die Fantasie eines neu entstehenden Konzertpublikums. Seither ist die aktive Teilnahme von Rasika genannten Musikliebhabern nicht mehr aus dem Musikleben Indiens wegzudenken.

Die Tambura (Tānpūra in Nordindien) hat meist vier Saiten. Ihre heutige Form ist seit dem 17. Jahrhundert bekannt und vereinigt Merkmale der indischen Zither (Vīnā oder Bīn) mit denen der Langhalslaute.

Von ähnlichen Instrumenten benachbarter Regionen (Tanbur) unterscheidet es sich sowohl durch seine Funktion als durch seine Spielweise. Spätestens seit dem 13. Jahrhundert bedienen indische Musiker sich nämlich eines Grundtons “Sa”, den sie – je nach Stimmlage oder Soloinstrument – frei wählen können.

Als Halteton (Bordun) bildet “Sa” den Ausgangspunkt für melodische Gestalten, die man mit “Färbung des Geistes” (Rāga), also Gefühlsausdruck, bezeichnet. Ein reicher Fundus recht unterschiedlicher Ragas ermöglicht es, jede nur denkbare Stimmung (Rasa) auszudrücken. 

Auf dieser scheinbar einfachen Grundlage entwickelten sich 72 Tonleitern als Orientierung für Komponisten, Musiker und Tänzer. Zudem schafft die Tambura ein geeignetes Umfeld, in dem der musikalische und poetische Ausdruck vieler Epochen und Kulturen zu einem Ganzen zusammenwachsen – und doch immer persönlich – bleiben konnte.

Hörbeispiel: Tambura gespielt von Ludwig Pesch

Foto des Instruments im Hörbeispiel

Tanjore-style Carnatic tambura.JPG
Photo (C) Martin Spaink Wikimedia

deutsch

Glück ist seine Freude in der Freude anderer zu finden – Bernanos
(zitiert von Frédéric Lenoir in La Puissance de la joie, Le Livre de Poche)

Die englische Bezeichnung AIUME steht für “Adapting Indian Universals in Music Education”:  indische Musik im Klassenzimmer, spontan und ohne Aufwand. Vorkenntnisse sind dabei nicht erforderlich.  |  Mehr >>

“Die große Fähigkeit nutzen, die wir wie alle Völker und Kulturen besitzen”: Yehudi Menuhin über Austausch und Synthese

Der Begriff “Wechselbeziehungen” schließt einen bestimmten harmonischen Verlauf in sich ein, der diejenigen strengen Gesetze der Harmonielehre verletzt, deren eigentlicher Sinn ein glatter und wohlklingender Verlauf der Stimmen im Kontrapunkt ist. Die Musik unserer Zeit befolgt diese Gesetze nicht mehr, noch waren Meister je von Regeln abhängig. […]

Es gibt keinen günstigeren Platz als Israel, um die gegenseitigen Beziehungen zwischen den östlichen und westlichen Kulturen zu erforschen. Israel ist nicht nur geographisch an genau der Stelle gelegen, wo sich drei kraftvolle Ströme begegnen: aus Afrika, Asien und Europa; die Volksgruppen, aus denen sich die Bevölkerung Israels zusammensetzt, zeigen selbst ein dynamisches und lebendiges Abbild der äußerst komplexen und reizvollen Modelle, welche der Wechselwirkung dieser verschiedenen Ströme entstammen. So ist dieses Buch über eine wissenschaftliche Studie hinaus in lebendiger Erfahrung verwurzelt und daher ein aktuelles und fesselndes Dokument.

Ein Hauptbeitrag Europas ist die Kraft, die Fähigkeit, der Wille zur Synthese. In Europa haben sich all diese großen Ströme zusammengefunden: aus Asien von der Mongolei im Norden bis Indien im Süden – in den Magyaren und Zigeunern [Sinti und Roma]1 Ungarns vereint […]

Es ist deshalb umso mehr die besondere Pflicht unseres Zeitalters zu versuchen, diese unendlich komplexen Wechselbeziehungen mit einer Mischung von Voraussicht und Vision zu verstehen und klarzulegen und dabei die große Fähigkeit zu nutzen, die wir wie alle Völker und Kulturen besitzen: die Kraft zu geben und zu nehmen, zu lehren und zu lernen; denn wir werden stets voneinander abhängig sein. Nur in solchem Geist der Demut können wir das Bestmögliche erreichen, oder zumindest dem Schlimmsten entgehen, das immer vielfältigere und bezwingende Verflechtungen uns zu bringen haben.

Yehudi Menuhin
London, Januar 1977
(aus dem Englischen übersetzt)

Quelle: Musik zwischen Orient und Okzident: Eine Kulturgeschichte der Wechselbeziehungen von Peter Gradenwitz S. 390-392 | Details: http://www.worldcat.org/oclc/1046379134

Mir bedeutet unendlich viel, an der Musik Indiens aktiv teilzunehmen: in immer neuen Sequenzen jede Note und jede Geste auszukosten; mit den flexiblen Spannungen von Ton und Rhythmus das Gehör zu schulen; die allgemeine Aufnahmefähigkeit zu steigern.

Yehudi Menuhin in Unvollendete Reise Lebenserinnerungen (1976, S. 305-6)
References
  1. Zitat: Erläuterungen zum Begriff „Zigeuner“ über die Notwendigkeit einer differenzierteren Bezeichnung, die sich jedoch erst lange seit dem Erscheinen dieses Buchs im Jahre 1977 durchsetzen konnte:
    Zigeuner“ ist eine von Klischees überlagerte Fremdbezeichnung der Mehrheitsgesellschaft, die von den meisten Angehörigen der Minderheit als diskriminierend abgelehnt wird – so haben sich die Sinti und Roma nämlich niemals selbst genannt. Die Durchsetzung der Eigenbezeichnung Sinti und Roma im öffentlichen Diskurs war von Anfang an ein zentrales Anliegen der Bürgerrechtsbewegung, die sich vor allem seit Ende der Siebzigerjahre in der Bundesrepublik formierte. Dadurch sollte zugleich ein Bewusstsein für jene Vorurteilsstrukturen und Ausgrenzungsmechanismen geschaffen werden, die im Stereotyp vom „Zigeuner“ ihre Wurzeln haben. […] Die Begriffe Sinti und Roma sind nicht, wie häufig unterstellt, „politisch korrekte“ Erfindungen der Bürgerrechtsbewegung, sondern tauchen in Quellen bereits seit dem 18. Jahrhundert auf. […] Als schillernde Projektionsfläche sagt es viel über die Fantasien, Ängste und Wünsche derer aus, die es benutzen. Mit der Lebensrealität der Sinti und Roma hat es schlicht nichts gemein.
    Zugriff: https://zentralrat.sintiundroma.de/sinti-und-roma-zigeuner/ [6. Juni 2022]
    Fettdruck zur Betonung hinzugefügt[]

Indien – eine ferne Heimat

Ein Referat von Ludwig Pesch, Musikologe und Flötist, Amsterdam

Überarbeitete Version mit aktualisierten Quellenangaben 2022

Ein Beitrag aus der Konzert- und Kolloquiumsreihe „Musik & Mensch“ – Zyklus 2007/2008 HEIMAT, Uhr Pädagogische Hochschule FHNW, Aarau (Schweiz)

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.

„Stufen“ von Hermann Hesse (4. Mai 1941)
Ein Gedicht, das für viele vertraut klingt: Deutschlandfunk Kultur >>

Reconciliation
Text und Musik: Manickam Yogeswaran

On rights, peace and reconciliation.
And peaceful co-existence.
Rights, Peace and Reconciliation
Tamils, Sinhalese, Muslims
Everybody living with dignity
That’s the true meaning of Rights.
Celebrate each others’ rights
That’s the true meaning of Peace.
Race, language, caste, difference
Living in harmony.
Agnus dei, qui tollis pecatur mundi,
Miserere domini.
O Lamb of God, who takes away the sins of the world, have mercy upon us.
Speaking:
So, it’s been possible to talk peace. Indeed, live in peace.
There is an alternative to war and destruction. Everyone remember these three words.
They may not be religious mottos, but important for the future of Sri Lanka.
Important for the future of this unfair world.
Rights, Peace and Reconciliation.

Gathe Gathe para gathe paragadhi
Gathe Bodhi swaha.
Gone gone all gone beyond
Gone into Buddha nature.
This is the first preaching of Buddha after his enlightenment under the Bodhi tree.

More audio and video contents by Manickam Yogeswaram >>

Idakka P. Nanda Kumar belongs to the Marar community of hereditary temple musicians whose members have played the Idakka for several centuries. As Mridangam exponent with advanced training under Palghat T. R. Rajamani – son of the legendary Palghat Mani Iyer – he incorporates complex Carnatic patterns in his Idakka performances. Video © P.V. Jayan and Ludwig Pesch (2009) | For more information, visit https://www.nandakumar.mimemo.net

Raum für Ideen? Zeit zum Spiel! Zum Sinn eines unbefangeneren Umgangs mit der „klassischen“ Musik Indiens

Einleitung zum Beitrag von Ludwig Pesch zur Ouverture Spirituelle der Salzburger Festspiele 2015 organisiert vom Herbert-Batliner Europainstitut

Wollen wir die Musik Indiens nur ihrer “exotischen” Reize wegen genießen? Damit täten wir uns keinen Gefallen! Das Zusammenfließen verschiedener Kulturen Religionen und Philosophien hat die dortigen Musiker zu großen Errungenschaften befähigt. Dabei wird die Integration vielfältiger Einflüsse zu einem gerundeten Ganzen besonders geschätzt. Dies legt den Gedanken eines spielerischen Umgangs mit der Musik nahe. Ein “unbefangener Umgang” soll dabei nicht mit “Leichtfertigkeit” verwechselt werden.

Ein musikalisches “Leiterlispiel” – Design by Arun V.C. (Kerala)

Hermann Hesses Buch Magister Ludi (Das Glasperlenspiel) schildert eine großartige, im Laufe der Jahrhunderte gewachsene Symbiose; ein intuitives wie durchdachtes Zusammenspiel vieler, das die Grenzen von Künsten, Religion und Wissenschaft wenigstens zeitweilig aufzuheben vermag.

Indische Musiker kennen viele ungeschriebene Spielregeln, wodurch beim gemeinsamen Musizieren “innere Partituren” entstehen. Auch ihr Zusammenspiel ist keineswegs flüchtig oder oberflächig, denn sie können ein beliebiges Stück jederzeit präzise wiederholen, bei Bedarf auch in wechselnden Besetzungen. […]

Eine Kombination von Virtuosität, Improvisations- und Rechenkunst stellt die Konzentration von Musikern und Hörern gleichermaßen auf die Probe. Eine Voraussetzung für musikalische Spannungsbögen ist dabei das Maßhalten: die indische Musik beruht teils auf dem “unbewussten Rechnen der Seele”, das wir aus einem berühmten Ausspruch von Leibniz kennen, teils auf perfekt durchkalkulierten Abläufen; und selbstverständlich auch auf der Improvisationskunst der Musiker.

Der Reiz besteht für alle Beteiligten darin, dass man sich zwar auf das “Hier und Jetzt” einlassen muss, zugleich aber auch kombinatorisch mit vorherigen wie zukünftigen Abläufen beschäftigt ist. Dieses Spiel mit dem Zeiterleben bietet Raum für neue Ideen, die an die Errungenschaften der Ahnen anknüpfen statt sie zu verdrängen. Wer dabei gleich an professionelle Darbietungen denkt, wird kaum je die Möglichkeit zum “spielerischen”(sprich “unbefangeneren”) Umgang mit der indischen Musik erwägen. Aber gerade diese Option kann unsere eigene Kultur auf eine zeitgmäße Weise bereichern. Gleichzeitig wird in Indiens Institutionen und Medien seit vielen Generationen recht unbefangen mit den kreativen Möglichkeiten der westlichen Musik “gespielt”. […]

Veröffentlichung | Weitere Artikel und Bücher von Ludwig Pesch: Meine Welt & Worldcat.org >>

Spirituelle Kunst in der indischen Kultur

Uralte Bühnenkunst aus Indien präsentiert die “Ouverture spirituelle”, die dieser Tage die Salzburger Festspiele einleitet […]

Dass das Göttliche selbst in der Kunst in Erscheinung tritt, dass die Menschen Gott in Form von Musik und Tanz erfahren können, ist ein zentraler Grundsatz in den darstellenden Künsten Indiens. Man muss weder Sanskrit beherrschen, noch diese enorm elaborierte Sprache der Blicke, der Mimik und Gestik deuten können, um sie genießen zu können – das versichern alle Künstlerinnen und Künstler, die nun vor Salzburger Publikum auftreten. Die starke Emotionalität, die man in Musik und Tanz spürt, wirkt wie eine Mittlerin zwischen den Kulturen. Bei Alarmél Valli etwa, einer berühmten Vertreterin der klassischen indischen Tanzform Bharatanatyam, wirkt alles vollkommen natürlich, wie die spontanen Gesten und Gesichtsausdrücke, die jemand beim angeregten Kommunizieren macht. Und doch handle es sich gleichzeitig göttliche Ausdrucksformen, meint Valli: “Viele Traditionen sehen den Körper als etwas Unheiliges und Fehlbares an, etwas, aus dem man heraus muss, um in die Ewigkeit zu gelangen. Aber wenn man den Körper als Tempel auffasst, wie wir es in unserem Tanz tun, muss man viel mehr in sich hineinschauen. Dieser Tanz ist heilig und sinnlich zugleich, er ist erotisch, aber auch existentiell – ein freudvolles Gebet, wenn Sie so wollen.” […]

“Ich beschäftige mich viel mit Umweltfragen. Ich würde mich auch als Feministin bezeichnen, auch wenn ich solche Labels nicht mag. Aber es entspricht einfach meiner Lebensweise. Ich habe vor einiger Zeit ein fast 2000 Jahre altes Lied entdeckt. Es handelt von einer kleinen Pflanze, einem Sprössling, und von der Zärtlichkeit gegenüber Lebewesen. Ich war so berührt von dem Text, dass ich ihn aufgeführt habe. Das ist etwas anderes, als auf die Straße zu gehen und zu rufen: Fällt keine Bäume! Es beschreibt vielmehr die enge Verbindung zwischen Mensch und Natur.”

Gesellschaftliche Relevanz der Musik

Die Suche nach einer Ausdrucksform, die der Flötist und Musikwissenschaftler Ludwig Pesch er in der abendländischen Musik nicht finden konnte, ließ ihn in den 1970er Jahren nach Indien reisen. Er studierte karnatische Musik in Madras und legte später ein vielbeachtetes Handbuch über südindische Musik auf. In Salzburg hat er nun über das musikalische Zusammenspiel referiert, das zwischen strenger Regelhaftigkeit und individuellem Ausdruck den Spieltrieb des Menschen beflügelt – und die stark fragmentierte Gesellschaft des Subkontinents zusammenhält.

Ludwig Pesch, der heute in Amsterdam lebt, lehrt an Universitäten, vermittelt indische Musik aber auch im nicht-akademischen Bereich – und da vor allem das unbefangene Spiel. Zudem engagiert er sich in einer Stiftung für indigene Völker Indiens, die Adivasis, die zu den Verlierern der Industrialisierung und Urbanisierung zählen, da sie aus ihren Lebensräumen verdrängt werden.

Musik habe gesellschaftliche Relevanz, ist Pesch überzeugt, da sie die Achtsamkeit stärke und Problembewusstsein schaffe. Und so sind auch etliche Künstlerinnen Teil der weiblichen Protestbewegung, die sich nach den Mordfällen an Frauen in Neu Delhi gebildet hat. Doch an indischen Schulen lege man trotzdem wenig Wert auf humanistische Fächer, sagt die Tänzerin Alarmél Valli. Ein Thema, mit dem Valli auch mit österreichischen Bildungspolitikern trefflich diskutieren könnte.

Quelle: Audio und Text-Transkription: “Spirituelle Kunst in der indischen Kultur”  – Interviews von Sebastian Fleischer © ORF Kulturjournal (22.7.2015)

Zum „Klang des Glücks“ – und jetzt?

Statt Lampenfieber erfasste mich von einem Augenblick zum anderen ein unbeschreibliches Glücksempfinden.

Aus dem Beitrag von Ludwig Pesch zur Reihe
“Mein Indien ….. Mein Deutschland”
Meine Welt (Ausgabe 2, 2008)

 

Über uns >>

Gedenkfeier für Dr. Pia Srinivasan am 16. Mai 2022

Pia Srinivasan Buonomo
(Reinbek, 1. März 2020)

Um Pia’s Persönlichkeit gerecht zu werden wollen wir heute mehr als “nur” Abschied nehmen, wenn wir uns zunächst einer respektierten wie engagierten Forscherin und Förderin der indischen Musik erinnern: gemeinsam mit ihrem Ehemann Srinivasan (“Srini” für Pia und viele von uns) öffnete sie Türen, die anders verschlossen geblieben wären. | Begrüßungstext >>

“Heute ist die karnatische Musik noch in hohem Maße lebendig. Der Besuch eines Konzertes gehört zu den zentralen Erlebnissen eines Indienaufenthaltes. Wie immer mehr Menschen aus Asien und Europa mit ihren ganz anders gearteten Musiksystemen feststellen, kann diese Musik leicht auch solchen, die zu ihr erst sekundär Zugang finden, zu einem nicht unwesentlichen Lebensinhalt werden.” – Begleittext von Pia Srinivasan für die preisgekrönte Schallplattenaufnahme Sambho Mahadeva Vina/South India (Live Aufnahme mit Rajeswari Padmanabhan & Karaikudi Subramanian)

Tribute to Pia Srinivasan – vocal, vina and tambura
Tamil song by Sreevidhya Chandramouli & Chandramouli Narayanan

“Im Westen aufgewachsen ging Pia auf eine musikalische Reise, die sie zur südindischen Musik führte. Auf bewundernswerte Weise gelang es ihr, zugleich Freundin, Schwester und Schülerin von Rajeswari – Interpretin der Karaikudi Lautentradition – zu sein. Ihre Musik studierte und förderte sie. Gemeinsam mit Srinivasan stellte sie sich zugleich in den Dienst großer Anliegen unserer Zeit.”

“Blossoming from the West, she embarked on a journey to spotlight us. Attracted by South Indian music, Pia came in search of our Karaikudi Veena. Among a thousand women is the only Pia, a friend as well as sister of Rajeswari, seer of history, and student of the crown jewel–Goddess Sarasvati who is the Queen of Veena … and with Srinivasan was dedicated to serving the world” – Tribute to Pia Srinivasan by Chandramouli Narayanan tuned by Sreevidhya Chandramouli >>

Pia Srinivasan mit Rajeswari Padmanabhan & SA Srinivasan
Kumudam (Tamil Zeitschrift, 1969) | Nachruf >>

Musik zum Nachhören (Auszüge)

1. Sankarabharana Raga (Alapana, Tanam)
Rajeswari Padmanabhan & Karaikudi S Subramanian – Vina, Tanjore Upendran – Mridangam – CD Sambho Mahadeva Vina/South India (Juni 1975 live in Berlin)
2. Sobhillu Saptasvara – Tyagaraja kriti – Jaganmohini – Adi Tala
“O Mind! Praise the divine forms of the seven musical notes”
Rajeswari Padmanabhan & Karaikudi S Subramanian – Vina, Tanjore Upendran – Mridangam – CD Sambho Mahadeva Vina/South India (live in Berlin, Juni 1975)
Vina-Lehrerin Rajeswari Padmanabhan (Kalakshetra 1999) © Ludwig Pesch
3. Pia Srinivasan – Vina, TR Sundaresan – Ghatam (Auszug 0:46, Konzert in Wentorf)
Pia Srinivasan in Reinbek
4. Lied gesungen von der Sangitam Gruppe geleitet von Pia Srinivasan mit TR Sundaresan – Kanjira (Auszug 1:33, Konzert in Wentorf)
5. Pallavi komponiert von TR Sundaresan als Tribut an Pia Srinivasan und SA Srinivasan
Srīnivāsa Pia Priyāya Namaste – Sangīta Sāhitya Rasika
Hamsānandi Raga – Catusra Jati Triputa Tala (Atita eduppu)

Wir erinnern uns voller Liebe an Pia und Srinivasan, herausragende Kenner und Förderer der klassischen Musik und Literatur.

“Let us pay homage to Pia and Srinivasan whom we remember fondly for their support of music and learning “

6. Ranjani Mala composed by T Sankara Iyer, gesungen von DK Jayaraman 
“O procuress of happiness, with lotus-soft eyes, soft-spoken one, procuress of delight to the mind, who mothered the god of love, You the one to purify all and everything” (translated by SA Srinivasan)

“Oggi abbiamo cominciato un pezzo in un altro raga, Ranjani, che mi era piaciuto molto in un concerto. […] Suoniamo e ripetiamo il pezzo nel raga Ranjani […] Fuori intanto continua a diluviare: sarà il monsone che arriva con ritardo o dipende dal raga Ranjani? Che sia un malai raga (un raga che porta la pioggia)? Rajeswari dice di no.”

Heute übten wir ein neues Stück im Raga Ranjani, der mir während eines Konzerts gut gefallen hatte. Als es stark zu regnen begann, fragte ich Rajeswari, ob der verspätete Monsun von diesem Raga abhinge, er somit als Regen-Raga gelte. Sie sagte ‘nein’.”– Pia Srinivasan in ihren memoiren Il raga che porta la pioggia

7. Sudhamayee – Muthiah Bhagavatar Kriti – Amritavarshini Raga – Rupaka Tala
Seetha Doraiswamy, Jalatarangam

“One who is the source of the immortality nectar, priya- loved, kamini- who is loved, aananda- bliss, joy, amritha- nectar of immortality, varshini- who showers, rains” – Translation on https://www.karnatik.com/c1045.shtml

Reviews and feedback for
Il raga che porta la pioggia >>
Paola Buonomo liest Auszüge aus den italienischen Memoiren von Pia Srinivasan: Il raga che porta la pioggia (Aufnahme: Ludwig Pesch 16.05.2022)

Tribute für Pia Srinivasan

Photo gallery for sharing freely: Remembrance by Paola Buonomo (Naples) >>

Familienbeitrag Wolfgang Thies

Pia und Srini waren wir jahrzehntelang verbunden. Was wir an ihnen schätzten, lässt sich nicht mit wenigen Worten umreißen. Offenheit, freundliche Zu­ge­wandt­heit, menschliche Wärme, Achtsamkeit, Bildung, Liebe zur Musik, geistige Regsamkeit bis ins hohe Alter, ihre Treue zueinander – das sind nur einige Stichworte. Unsere Begegnungen mit Pia und Srini haben uns jedesmal bereichert. Durch Pia lernten wir klassische indische Musik kennen, und bei einem Besuch in Reinbek bekamen unsere beiden damals noch jugendlichen Töchter eine kurze Einweisung an der Tambura. Zu der Zeit wohnten wir schon in Bayern, und bei unseren Kontakten per E-Mail und Telefon war die Entwicklung unserer Kinder immer ein wichtiges Thema für Pia. Unsere ältere Tochter schrieb, dass sie Pias ansteckende Begeisterung für die indische Musik, ihre Freude am Gesang, ihre herzliche und aufgeschlossene Art, ihre Gastfreundschaft, Energie und Lebensfreude sehr bildhaft in Erinnerung habe, und die jüngere Tochter bekräftigt dies. Wir sind dankbar dafür, dass wir Pia und Srini kennengelernt haben und über so lange Zeit mit ihnen in Kontakt waren. Uns bleiben wertvolle Erinnerungen an zwei liebenswerte Menschen.

Mein Bruder schrieb mir über Pia: vor meinen Augen sehe ich sie immer noch zu Zeiten des Altonaer Konzerts von Rajeswari Padmanabhan, an das ich mich immer gern erinnere. Die Welt wird wieder ein kleines Stück ärmer, wenn liebe Menschen, die das Leben eine lange Zeit begleitet und bereichert haben, sie verlassen.

“I will miss her presence in my life a lot.” – Eminent Carnatic vocalist Kiranavali Vidyasankar

Kalakshetra Beach in Chennai (ca. 1974-1975) © Carol Reck

“Pia and Srini were both very dear to us over the decades since we met in the late 60s in Madras. We’ve shared some good times, experiences and lots of music together.” – Carol Reck also speaking on behalf of her late husband, Prof. David Reck (Amherst University)

Day places its golden veena
In the silent hands of the stars,
To be tuned to Eternity’s raga

Rabindranath Tagore: The Jewel That is Best
by William Radice (2011)

Mein Leben in Indien: Zwischen den Kulturen zu Hause von Martin Kämpchen

Anlässlich seines 75. Geburtstags erscheint Martin Kämpchens Autobiografie. Wie kein anderer Zeitgenosse ist der seit fünf Jahrzehnten in Indien lebende Deutsche in das religiöse, kulturelle und soziale Leben des Landes eingetaucht. Der promovierte Germanist und promovierte Religionswissenschaftler ist bekannt als kluger Berichterstatter aus Indien für große deutsche Tageszeitungen ebenso wie als geschätzter Übersetzer des bengalischen Literaturnobelpreisträgers Rabindranath Tagore. Er ist Initiator und Förderer sozialer Projekte in Indien.

Die Geschichte eines außergewöhnlichen Lebens und ein Einblick in das Leben Indiens aus der Nahsicht.

Mehr von und über Martin Kämpchen

ePUB | Zusammen sind wir stark: Ein Buch für Kinder und Erwachsene von Martin Kämpchen

Zusammen sind wir stark! von Martin Kämpchen

Als klassisches Vorlesebuch konzipiert, lädt diese Geschichtensammlung Eltern und Großeltern dazu ein, sich gemeinsam mit ihren Vor- und Grundschulkindern in eine uns ferne Lebenswelt entführen zulassen. Es sind Erzählungen zum gemeinsamen Erleben, zum Staunen und zum Wundern. Das Buch ist sparsam und einfach illustriert: Kohlezeichnungen des indischen Künstlers Sanyasi Lohar wechseln mit zeichnungsartig verfremdeten Fotografien des Ortes Merangdi und seiner Umgebung ab.

Mehr von und über Martin Kämpchen

Die Musik ist der einzige Bereich, in dem der Mensch die Gegenwart realisiert

Igor Strawinsky in seinen Erinnerungen aus dem Jahre 1936, zitiert von Jean-Pierre Wils in Essay und Diskurs Deutschlandfunk 02.04.2021

Trost und Musik Geschwister im Geiste
Die Musik schaffe es, „die Zeit stillstehen zu lassen“. Scheinbar sind die beiden – die Musik und der Trost – Geschwister im Geiste. Sollte, wer Trost finden will, ihn bei der Musik suchen? Ein passionierter Essay, dessen Motto heißen müsste: von der Musik lernen heißt trösten lernen.


Mir bedeutet unendlich viel, an der Musik Indiens aktiv teilzunehmen: in immer neuen Sequenzen jede Note und jede Geste auszukosten; mit den flexiblen Spannungen von Ton und Rhythmus das Gehör zu schulen; die allgemeine Aufnahmefähigkeit zu steigern.

Yehudi Menuhin in Unvollendete Reise Lebenserinnerungen (1976, S. 305-6)

Audio | Homage to Max Mueller: cultural programmes & seminar

A radio programme by Christoph Hahn with German introductions and explanations © 2000 Bayerischer Rundfunk

Excerpts from live programmes and report (click Download >View to listen/read)

Sruti Magazine (India’s premier music and dance magazine, PDF 560 KB):

Excerpt

1974 stamp of India © Wikipedia

Max Mueller Bhavan (German Cultural Institute) in Chennai organised a clutch of cultural programmes and a seminar during 28-30 November 2000 to mark the death centenary of Max Mueller, a great Indologist. Born in 1823, Mueller died when he was 77.

Mueller is remembered for stimulating widespread interest in Indology, mythology, philosophy, comparative religion, linguistics and social criticism. The special cultural relations between India and Germany are largely attributed to his works.

Mueller never visited India. But, had he come to India, he would likely have sought the company of musicians and scholars in the field of the performing arts, considering that he wanted to become a musician and belonged to a family that considered music and poetry a way of life. His first love was indeed music which he would have taken up as a profession but for the unfavourable climate for such a pursuit in his days.

The famous Indologist is best known all over the world for the publication of the Sacred Books of the East (51 volumes), amongst several other works. He was an ardent promoter of Indian independence and cultural self-assertion.

Max Mueller Bhavan, Chennai, entrusted Ludwig Pesch, a German who has spent years learning and studying Carnatic music, with the task of planning a befitting programme of tribute in Chennai in the wider context of a major German festival under way in India. Hundreds of German artists and scholars are presently touring India but Pesch was to help mount a celebration of a different kind- primarily with and for South Indian participants.

Dr. Eleonore Rahimi (Institutsleiterin, Max Mueller Bhavan Chennai) & Ludwig Pesch

Ludwig Pesch felt that this presented him with an opportunity to highlight the manner in which Max Mueller would have wanted the manifestations and contributions of other civilizations to be recognised, and to explore cultural achievements connecting people from different periods and places. In the event, he sought and secured the cooperation of several renowned performers and scholars, and the students of Brhaddhvani, to be Max Mueller’s guides on ‘a cultural tour’ of South India.

The celebrations began with an invocation and ended with a Musical Journey, both presented by Brhaddhvani’s students.

The morning and afternoon sessions organised at the Max Mueller Bhavan consisted of lecture demonstrations by the artists of four public programmes held at the MMB and at the Bharatiya Vidya Bhavan auditorium.

There were also lectures and lecdems by several eminent scholars in accordance with their chosen fields of specialisation: Dr. K.V. Ramesh (Patronage in South Indian Performing Arts: Evidence from Epigraphical Records); Dr. Premeela Gurumurthy (Harikatha Kalakshepam: A popular multicultural art in the 19th and early 20th centuries); Nirmala Paniker with her daughter and disciple, Kapila (Mohini Attam: About the research conducted at Natanakairali); P. Nanda Kumar (Dance music in Kerala: edakka with mizhavu players of the Natanakairali ensemble); Dr. Prema Nandakumar (References to South Indian Performing arts in early literature); Dr. V.V. Srivatsa (Language in Indian Art); Vidya Shankar (Sanskrit and Music); Rajkumar Bharathi (Bharatiyar’s contribution to the South Indian music repertoire); T.R. Sundaresan with Pakala Ramdas (The beauty of Yati patterns); S. Rajam with disciples and T.R. Sundaresan (Max Mueller’s great musical contemporaries in different parts of South India: Parameswara Bhagavatar, Patnam Subramania Iyer, Ponniah Pillai, Vedanayakam Pillai, and Poochi Srinivasa Iyengar).

Considering that theatre was the original performing art which also comprised dance and music to varying degrees, the first day was entirely devoted to theatre and Harikatha. The second was devoted to dance, and the third to music to reflect the evolution of these arts in their own right.

G. Venu, Founder-Director, Natanakairali (Irinjalakuda) gave the opening lecture-demonstration titled ‘Koodiyattam, the Sanskrit theatre of Kerala: Research, training and presentation in the tradition of Guru Ammannur Madhava Chakyar’. The story of this small, but famous cultural centre is fascinating and unique in having quietly worked with minimum resources, but successfully so, for the revival of Kerala’s traditional performance traditions over a period of 25 years, this being the silver jubilee.

Source: HOMAGE TO MAX MUELLER IN CHENNAI: PRESENTATIONS OF MUSIC, DANCE & DRAMA
Sruti, India’s premier music and dance magazine – Issue 197, February 2001
https://www.sruti.com/febmar01/febn&n2.html17.10.2001

Learn more: Max Mueller (Wikipedia) >>